H2 : Die Schlacht am Lulustein – Klassiches Drama in fünf Akten !

29.10.18
Hinweis der Redaktion: Ein durchaus lesenswerter Beitrag ;)
Spielbericht: TVA/ATSV Saarbrücken – HSV Merzig/Hilbringen 2 33:26 (19:17)
Klassisches Drama in fünf Akten in Saarbrücken

Das klassische Drama hat, so weiß es der Deutschlehrer und so wissen es die leidgeplagten Schüler, fünf Akte und folgt einen pyramidalen Aufbau. Es gibt eine Ausgangshandlung, einen Protagonisten, der in einen Konflikt verwickelt wird, es kommt zu tragischen Verstrickungen, es scheint plötzlich, als könne sich alles noch zum Guten wenden und am Ende kommt doch unausweichlich die Katastrophe. Jeder Theaterliebhaber hätte am Sonntag in der ATSV-Halle einen spannenden Abend erleben können; ob die drei Zuschauer, die laut Spielbericht anwesend waren, einen solchen hatten? Wir werden es nie erfahren…Nun aber zu unserem Drama:

Quincy Shakesbier: Die Schlacht am Lulustein

1. Akt: Exposition:
Nach einer ersten Niederlage gegen die dritten Truppen des ATSV in den heimischen Hallen von Merzig sollen die Männer der Zwooten nach Saarbrücken reisen und Satisfaktion fordern. Doch beim nächtlichen Bier am Lagerfeuer nach den Übungseinheiten am Donnerstag stellen sie fest, dass ihre Truppenstärke für den Feldzug nach Saarbrücken bei weitem nicht ausreichend ist. Heerführer Waerder entsendet daraufhin Felix Scherhag als Boten, um eine Verlegung des Waffengangs zu fordern. Doch dieser Bitte wird nicht entsprochen; der Kronrat tagt und König Dirk I. entsendet Hilferufe durch ganz Merzig und Hilbringen, dem die altgedienten Recken Seb Bochem und Jens Huckert folgen, auch der König selbst legt nochmals die Rüstung an. In Erwartung einer schweren Niederlage gegen den Tabellenführer, aber der Hoffnung, diesem den Sieg so schwer als möglich zu machen, reist die Truppe nach SB.

2. Akt: Klimax:
Die Lage spitzt sich zu, da die wackeren Männer um Motivator Micha Zimmer, entgegen vorheriger Hoffnungen vollständig auf das geliebte Haftmittel verzichten müssen und sich entsprechend schwerfällig bei der Führung des Balles zeigen. 3:1 (3. Min), 6:2 (7. Min.), 11:7 (15. Min.) wogt es hin und her auf dem Platz. Heerführer Waerder tut sein Bestes, um die vorhandenen Truppenkapazitäten entsprechend einzusetzen, doch mischen sich höhere Kräfte in diesen Konflikt ein und erteilen ihm in der ersten Halbzeit eine gelbe Karte. Doch unter Anleitung von Sebastian Johannes, der Bälle verteilt, mit der Kraft der beiden Rückräume Bochem und Zimmer, den pfeilschnellen Außen Zapp und Scherhag, Bessey, der sich unter die gegnerischen Truppen mischt und der Unterstützung von König Dirk 1., Hucki und Quincy, geben sich die tapferen Männer nicht auf und gelangen, auch dank Jan Schattschneider, der den Nachschub sichert, mit 19:17 in die Halbzeit.

3. Akt. Peripetie:
Heerführer Waerder und Motivator Zimmer halten eine große Ansprache, die der Rede Heinrichs des Fünften vor der Schlacht von Azincourt („We few, we happy few, we band of brothers“) in nichts nachsteht. Voller Tatendrang werfen sich die Männer der Zwooten wieder in den Kampf. Zimmer gelingt es, unterstützt von den Truppen, die Schlacht zu wenden, er erzielt mit seinem zehnten Treffer das 21:21 (36. Min.), die höhere Gewalt wendet sich plötzlich gegen die Männer des ATSV, die in Unterzahl weiterkämpfen müssen. Doch diese setzen sich weiterhin stark zur Wehr. 22:21, 22:22, 23:22, 23:23, so der Schlachtverlauf als Simon Bessey sich zum Duell stellen muss. Den ersten Kampf Mann gegen Mann entschied er für sich und hat es nun auf der Hand, den Gegner in die Defensive zu drängen. Bessey scheitert aber tragisch und der ATSV setzt sich wieder in Führung, 24:23 (41. Min). Es scheint als sollte die Führung nicht sein.

4. Akt. Retardierendes Moment:
Plötzlich kommt es zur erneuten Bewegung auf dem Schlachtfeld. Scherhag führt einen Ausfall auf der rechten Seite an: 24:24 (41. Min.) und die Truppen des ATSV wanken und ziehen sich zur Beratung zurück. Die Chance für die Männer der Zwooten scheint gekommen. Zapp geht ins Duell Mann gegen Mann und drängt den Gegner zurück, 24:25 (44. Min.). Der Sieg scheint zum Greifen nah. Doch erneut wendet sich die höhere Gewalt gegen Waerder und erteilt ihm eine 2-Minuten Strafe, Bessey verlässt daraufhin das Kampfgeschehen. Nun wanken die Merziger Truppen unter dem Ansturm von Christopher Persch, der viermal erfolgreich ist, und unterstützt von Porsch den HSV auf 29:25 zurückdrängt. Heerführer Waerder ruft seine Männer ein letztes Mal zusammen.

5. Akt. Katastrophe:
8 Minuten und 25 Sekunden stehen noch auf der Uhr als die Männer der Zwooten sich einschwören, alles zu geben, um diese Schlacht noch zu gewinnen. Die Zeichen stehen schlecht, denn der ATSV hat einen frischen Torhüter gebracht, der bereits bei der Niederlage in Merzig Angst und Schrecken unter den Rückräumen verbreitete. Die Zwoote wirft sich noch einmal ins Getümmel. Kapitän Quincy versucht König Dirk I. immer wieder über den rechten Flügel hinter den gegnerischen Linien zu unterstützen, aber die Rückräume erreichen die beiden nicht mehr, zu erschöpft sind sie bereits von den Anstrengungen der ersten 50 Minuten. Einen Schlag nach dem Anderen muss Daniel Johannes, der Schattschneider als letzten Mann ablöste und an diesem Tage ebenfalls ein Duell gewinnen konnte, nun einstecken. 33:25 (57. Min.) steht es plötzlich, Chaos auf dem Feld, die Reihen lösen sich auf und auch der letzte, verzweifelte Gegenschlag von Motivator Micha Zimmer kann daran nichts mehr ändern. 33:26 lautet das Ergebnis. Der Rest ist Schweigen.