SZ: „Am Karriere-Ende noch zwei Wünsche“ !

13.04.2019, Saarbrücker Zeitung
Handball-Saarlandliga
Am Karriere-Ende noch zwei Wünsche

Merzig. Handball-Saarlandligist HSV Merzig-Hilbringen hat den Titelkampf verloren. Die Vizemeisterschaft ist noch drin, wenn die Wölfe im Saisonfinale zu Hause gewinnen – und Matthias Hoffeld in seinem Abschiedsspiel den Kasten sauber hält.

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Am Samstag heißt es Abschied nehmen: Mit Matthias Hoffeld, László Kincses und Maurice Duchene beenden gleich drei Wölfe ihre Karriere.

Mit dem Titel abtreten? Das wäre es gewesen. Nachdem der HC Dillingen-Diefflen die Meisterschaft in der Handball-Saarlandliga der Männer aber vorzeitig klar gemacht und der HSV Merzig-Hilbringen das Rennen um Platz eins verloren hat, muss Matthias Hoffeld seinen Traum begraben. „Wir wollten mehr. Aber es geht halt nicht so nebenher. Dies mussten unsere jungen Spieler eben auf die harte Weise erfahren. Man kann das Scheitern also auch als Lernprozess sehen“, sagt der routinierte HSV-Torwart.

Beim erneuten Angriff auf den Titel will der 38 Jahre alte Schlussmann nicht mitmischen. An diesem Samstag um 18 Uhr wird Hoffeld in der Thielspark-Halle Merzig gegen die HSG Dudweiler-Fischbach sein Abschiedsspiel geben. Im letzten Punktspiel für die erste Welle will der Ex-Regionalliga-Torwart noch einmal die „Birne“ hinhalten. Nach der Saison ist Schluss – endgültig.

Rückblick: Nach dem Abstieg aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar kam es 2017 zu einem Umbruch im Team. Viele Leistungsträger hörten auf, junge Spieler stießen dazu und es gab personelle Engpässe – besonders auf einer Position. „Mein Comeback war aus der Not geboren. Die Mannschaft stand plötzlich ohne Torhüter da. Da mussten die alten Herren wieder ran“, lacht der reaktivierte Handball-Rentner.

Mit dem gleichaltrigen HSV-Vorsitzenden Dirk Ströker teilte er sich den Job – und erledigte ihn gut. „Es war hart und mir hat oft alles weh getan. Früher habe ich das besser weggesteckt“, erzählt Hoffeld von den körperlichen Leiden am Tag danach. Gleichzeitig war er überrascht, dass es doch noch so gut ging. Am Altmeister lag es jedenfalls nicht, dass das Unternehmen Meisterschaft scheiterte.

Die junge Mannschaft spielte zu unbeständig, zeigte in entscheidenden Phasen Nerven und stand sich oft selbst im Weg. Hoffeld stand sicher zwischen den Pfosten und hielt, was zu halten war – fast wie früher. „Die Würfe kommen nicht so fest aufs Tor wie in den höheren Ligen. Das war aber gut so. Ich bin schließlich nicht mehr der Schnellste“, sagt der Altmeister und grinst.

Künftig will er mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen, sich um den Garten kümmern und mit dem Schwiegervater ab und zu Tennis spielen. Bevor Hoffeld sein Torwart-Trikot im Mai in die Mottenkiste steckt, hat er aber noch zwei Dinge vor: „Vizemeister werden – und am Ostermontag beim Saarlandpokal-Endturnier glänzen.“ Die Vizemeisterschaft ist noch drin, wenn der Tabellendritte an diesem Samstag gewinnt und der Tabellenzweite HSG TVA/ATSV Saarbrücken beim Meister Diefflen verliert. Und im Pokal ist bekanntlich alles möglich. „Zum Karriere-Ende das Maximum mitnehmen – auch nicht schlecht“, sagt Matthias Hoffeld und blickt zurück: „Ich hatte immer viel Spaß, egal in welcher Liga. Es war eine tolle Zeit.“